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Buchtipps aus der psychologischen Praxis

Ein guter Buchtipp kann wie eine ausgestreckte Hand sein – er gibt Worten eine Form, die wir selbst gerade nicht finden, und erinnert uns vielleicht daran: Du bist nicht allein.

Ich erlebe in meiner Arbeit in der Psychotherapie (HeilprG) immer wieder, dass die richtige Lektüre zur richtigen Zeit ein wertvoller Begleiter im Heilungsprozess sein kann. Bücher können neue Perspektiven eröffnen oder können uns helfen, besser zu verstehen, was in unserem Inneren vorgeht.

Hier sind drei persönliche Empfehlungen aus meiner therapeutischen Praxis, die ich Ihnen für ans Herz legen möchte:

1. Selbstmitgefühl (Self-Compassion) – Kristin Neff

Warum wir unsere härtesten Kritiker sind – und wie wir lernen, freundlicher mit uns selbst umzugehen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie mit einem guten Freund in schwierigen Momenten verständnisvoll sprechen – mit sich selbst jedoch oft hart, kritisch oder abwertend umgehen? Kristin Neff grenzt Selbstmitgefühl von Selbstmitleid ab.

  • Der Kern: Ein einfühlsam und wissenschaftlich fundiert geschriebenes Buch für alle, die unter ihrem inneren Kritiker leiden. Es zeigt, wie wir lernen können, uns selbst mit derselben Fürsorge zu begegnen, die wir anderen entgegenbringen.
  • Das erwartet Sie: Praktische Übungen und die entlastende Erkenntnis, dass Unvollkommenheit ein Teil des Menschseins ist. Ein wertvolles Buch für alle, die aufhören möchten, ständig „mehr“ oder „besser“ sein zu müssen.

2. Mein schwarzer Hund – Matthew Johnstone

Depression verstehen – ohne viele Worte, aber mit ganz viel Gefühl.

Manchmal fehlt die Kraft für umfangreiche Fachliteratur. Genau hier setzt dieses Buch an: Matthew Johnstone beschreibt die Depression als „schwarzen Hund“, der ihn begleitet – schwer, lähmend und allgegenwärtig.

  • Der Kern: In berührenden Illustrationen macht Johnstone das Unsichtbare greifbar. Er zeigt, wie sich Depression anfühlt – und wie es gelingen kann, Schritt für Schritt wieder mehr Einfluss auf das eigene Erleben zu gewinnen.
  • Das erwartet Sie: Ein Buch, das man in 10 Minuten durchblättern kann und das doch mehr sagt als mancher Wälzer. Es eignet sich sowohl für Betroffene, die sich verstanden fühlen möchten, als auch für Angehörige, die einen besseren Zugang zu dieser Erfahrung bekommen wollen.

3. Die Mauer überwinden – Brakemeier, Buchholz

Wege aus der chronischen Depression: Das CBASP-Konzept.

Wenn Depression über lange Zeit zum ständigen Begleiter wird, entsteht häufig das Gefühl, vom Leben und von anderen Menschen abgeschnitten zu sein – wie hinter einer unsichtbaren Mauer. Dieses Buch basiert auf dem CBASP-Konzept (einem speziellen Therapieansatz für chronische Depressionen).

  • Der Kern: Die Autorinnen beschreiben, wie sich diese „Mauer“ aus sozialer Isolation und festgefahrenen Mustern entwickeln kann – und wie sie sich schrittweise verändern lässt.
  • Das erwartet Sie: Ein strukturierter und praxisorientierter Ratgeber, der dabei unterstützt, zwischenmenschliche Situationen neu zu verstehen und wieder mehr Selbstwirksamkeit zu erleben: „Ich kann etwas bewirken.“
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